Seiten

Donnerstag, 31. Januar 2013

Rezension: 50 Kräuter und Gewürze







Heike Dommnich
 
50 Kräuter und Gewürze

Verwendung – Heilkraft – Anbau

Taschenbuch: 104 Seiten
Verlag: Books On Demand (Auflage 1 / November 2012)

ISBN-13: 978-3848224869

Preis: 8,50 Euro
Kindle e-book: 4,49 Euro


Gewürze und Kräuter spielen in vielen Lebensbereichen eine wichtige Rolle und sind damit zwangsläufig ein in der Sachliteratur häufig aufgegriffenes Thema. Kleine und mehr oder minder umfangreiche Bestimmungsbücher, Kochbücher oder wissenschaftlich fundierte Wälzer, für nahezu jedes Interesse lässt sich das richtige Werk finden. Heike Dommnich hat sich in ihrem Ratgeber „50 Kräuter und Gewürze“ darauf konzentriert, dem Leser einen leicht verständlichen Ersteindruck bezüglich Verwendung, Heilkraft und Anbau, so auch der Untertitel, zu vermitteln. Zudem werden in einem zweiten Kapitel 50 weitere Würzpflanzen in zwei bis drei Sätzen vorgestellt, abschließend folgen allgemeine kurz formulierte Zusatzinformationen.
 
Als Schwerpunkt gibt die Autorin die Verwendung der Pflanzen in der Küche an. Damit ist allerdings nicht der praktische Einsatz beim Kochen gemeint. Dem steht der Aufbau in alphabetischer Reihenfolge gegenüber, der wenig geeignet ist, einem vorgegebenen Gericht konkret ein Gewürz zuzuordnen. Steht beispielsweise ein Fischgericht auf dem Speiseplan, müsste man sämtliche Gewürzabschnitte durchlesen, um zu erfahren, welche am besten dazu passen. Anders herum, wie im Vorwort angegeben, funktioniert der Ratgeber jedoch gut. Stößt man etwa in Gerichten auf seltene Gewürze, die die Frage aufwerfen, ob sich der Kauf lohnen könnte, findet man ausreichend Informationen. „Dies Buch soll eine Anregung sein, in der Küche offen und mutig mit Kräutern und Gewürzen zu experimentieren“, empfiehlt die Autorin. Eine kleine Cross-Tabelle im Anhang mit der Zuordnung von Gewürzen zu den meisten Hauptgerichten wäre dennoch eine Aufwertung.
 
Hilfreich und empfehlenswert ist der Ratgeber für Situationen wie etwa folgende. Die kleine Tochter oder der Sohn kommt ganz aufgeregt aus dem Kindergarten und fragt: „Mama, Mama, die Frau Schmitz hat heute auf unser Tomatenbrot Basilikum getan. Darf die das?“ Ein schneller Blick in Heike Dommnichs Buch frischt das Wissen der Mutter auf, sie kann ihrem Sprössling korrekte Angaben zum Basilikum machen und versichern, dass Frau Schmitz nichts Unrechtes getan hat. Als nette und lehrreiche Ergänzung könnte man dem Kind sogar eine Freude machen und mit ihm gemeinsam, wie in der Kurzanleitung beschrieben, ein paar Pflänzchen in einem Blumentopf selbst ziehen.
 
Hausmedizin nach Großmutters Wissen kommt in den Beschreibungen nicht zu kurz. Einige Beispiele: Kerbel als Kur gegen Frühjahsmüdigkeit, Nelken als erste Hilfe gegen Zahnschmerzen oder eine Salbeiblättertinktur gegen Prüfungsangst. Bei manchen Anregungen, wie etwa, dass Oregano und Majoran Liebeskummer vertreiben sollen, ist man geneigt zu sagen: Wenn man dran glaubt, dann hilft's auch. Die Kultivierungshinweise reichen für den Anfang vollkommen aus, können und wollen aber nicht mehr als ein Anreiz sein, sich näher mit der Materie zu beschäftigen. Ob die unter den „Grundregeln für den Kräutergärtner“ vorgegebene Aussaat bzw. Pflanzzeit bei zunehmendem Mond tatsächlich bessere Erträge bringt, kann der Hobbyzüchter am besten selbst feststellen.
 
Bemerkenswert sind kritische Anmerkungen im Vorwort, die den „Kampf um Kräuter und Gewürze“ beleuchten. Hier bezieht Heike Dommnich eine eindeutige Stellung, indem sie als Verursacher von Krankheiten, die durch falsche Ernährung entstehen, einen mächtigen zu bekämpfenden Feind ausmacht: „Da ist die Lebensmittelindustrie, deren einziges Ziel darin besteht, möglichst hohe Gewinnmargen einzustreichen. Riesige Konzerne verdienen daran, dass wir uns falsch ernähren!“ Ihr folgender Appell an mehr Eigenverantwortung ist angebracht und nötig.
 
Resumée: Mit ihrem kleinen Buch hat Heike Dommnich nicht den Stein der Kräuterweisen neu entdeckt, aber wer kann das schon von sich behaupten? Wertvoll ist der Ratgeber dadurch, dass dem Leser mit einer unkomplizierten Ausdrucksweise ohne hochtrabende Formulierungen der Wert von Kräutern und Gewürzen nicht nur für die Ernährung ins Bewusstsein gerufen wird. Ein handliches kleines Nachschlagewerk, das man auch einfach zum Schmökern gerne einmal aus dem Regal nimmt. Mit der netten Aufmachung des Titels in Leinenoptik, einem ansprechenden Titelfoto und sauber strukturiertem Layout eignet sich das Buch ebenfalls als kleines Mitbringsel oder Geschenk zu vielen Anlässen.
 
copyright Text und Fotos:
Max Günter Jagodzinska
Alle Fotosund Texte dieses Blogs sind urheberrechtlich geschützt.
Jegliche Verwendung ohne vorherige schriftliche Freigabe ist untersagt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen